Politik

Testet Nordkorea heimlich Atomwaffen?

Zwei gewaltige Explosionen haben am Mittwochabend und Donnerstagmorgen Nordkorea erschüttert. “Pilzförmige Wolken” auf amerikanischen Satellitenbildern schüren Spekulationen um mögliche Atomwaffentests.

Die Meldung über zwei Detonationen gewaltigen Ausmaßes in Nordkorea an der Grenze zu China wurden am Sonntag von der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap verbreitet. Auf Bildern amerikanischer Satelliten, die die fragliche Provinz Ryanggang überflogen, wurden “pilzförmige” Rauchwolken mit einem Durchmesser von rund vier Kilometern registriert. Auch der bei der Explosion gerissene Krater sei aus dem All über Aufklärungssatelliten zweifelsfrei zu erkennen.

Die Gerüchte, dass die Explosionen mit einem geheimen Atomwaffentestprogramm in Verbindung stehen könnten, werden durch die Tatsache genährt, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Explosionsort eine unterirdische Raketenbasis Nordkoreas befindet. Zudem feierte der Staat am Donnerstag seinen 56. Jahrestag.

Gegen die Atomtest-Theorie spricht dagegen, dass die betroffene Region eine dichtbesiedelte Provinz Nordkoreas ist. Experten halten es deshalb auch für möglich, dass es sich nur um ein Unglück in einer der zahlreichen Munitionsdepots oder Raketensilos handelt.

Auch in den USA hält man nach offizieller Darstellung einen Atomwaffentest für unwahrscheinlich. “Wenn es eine Atombombe gewesen wäre, wäre dies überall auf der Welt bemerkt worden”, sagte ein Experte. Gleichwohl hatten amerikanische Zeitungen erst vor wenigen Tagen von Geheimdienstanalysen berichtet, in denen die Bush-Administration vor einem möglicherweise unmittelbar bevorstehenden ersten Atomwaffentest Nordkoreas gewarnt wird.

Keinen Beitrag zur Klärung der Ereignisse liefert dagegen Nordkorea selbst: Pjöngjang hüllt sich wieder einmal wie so oft in Schweigen.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,317765,00.html

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