Wirtschaft

SuperCompany: BOO oder Coup?

Unterm Strich haben wir ja Recht behalten, als wir Ende 2004 den Abgesang auf Dotcomtod angestimmt hatten. Immerhin heißt das in dieser Woche von den Toten zurückgekehrte Schreckgespenst aller überhypten Unternehmen ja nun BooCompany.

BooCompany ist eigentlich unspektakulär – bis auf den neuen Namen und die Ausrichtung auf „exitorientierte Unternehmensmeldungen“ aus nun allen Branchen ein 1:1-Klon von Dotcomtod. Viel spannender ist eigentlich der Coup, der dct-Gründerin Lanu mit der Erschaffung des BooCompany-Gegenpols SuperCompany.de gelungen ist.

Was SuperCompany ist? Laut Selbstbeschreibung ist SuperCompany

die erste European Business Hall of Fame und somit Europas führender Anbieter und Distributor erfolgsorientierter Unternehmensdarstellungen. Mit einem Eintrag in die Ruhmeshalle gelingt es Firmen, die Erfolge ihres Unternehmens darzustellen und zum lang erwarteten Aufschwung beizutragen.

SuperCompany ist eigentlich nichts anderes als die TheMillionDollarHomepage – nur dass sich hier eben erfolgreiche Unternehmen für „100 € netto zzgl. der gesetzlichen Mehrtwersteuer“ eine 10×10 Pixel große Werbefläche für zwei Jahre kaufen können sollen.

Und warum ist das ein Coup? Weil Lanu damit auf jeden Fall gewinnt: Wenn die Unternehmen selbst an die Erfolgsgeschichten glauben, die von ihren AnjaTanjas lanciert werden, müssen sie ihren Erfolg eigentlich über die SuperCompany-Pixelwand in die Welt rufen. Und Lanu verdient sich ein goldenes Näschen. Gewonnen.

Bleibt die Pixelwand aber leer und zeigt auf Dauer nicht viel mehr als die Eigenanzeige für BooCompany, dann hätte Lanu die Existenzberechtigung von Dotcomtod/BooCompany als Totengräber der Wirtschaft ein für alle Mal belegt. Und wieder: gewonnen. Chapeau, Lanu.

Jetzt sehe ich eigentlich nur noch die Gefahr, dass eine gähnend leere Pixelwand SuperCompany in absehbarer Zeit selbst zum BOO-Kandidaten werden lässt…

[Update 26.01.06, 14:14 h] Meine Gedanken zur SuperCompany.de haben mir glatt einen BOO eingebrockt. Ich fühle mich geschmeichelt – ist das normal? 😉

 Shopping-Tipp:

Liquide.
Liquide.

22 comments

  1. Peter Turi

    Äh, mmmh, äh, tjaaa.

    ….

    Äh …

    Mmmh.

    Tjaaa.

    Sag mal Marco: Wo genau ist jetzt da der Scoup?

  2. che2001

    Die bisherigen Reaktionen auf Supercompany zeigen, dass 99,999 Prozent aller Rezipienten absolut ironiefrei durchs Leben gehen. Lanu, wollen wir einen Pointenpointer einbauen?

  3. Nanunana

    Jaja, wenn’s nicht läuft einfach behaupten es sei nur ironisch gemeint gewesen.
    Ihr seid schon ein bisschen erbärmlich.

  4. lanu

    „Ihr seid schon ein bisschen erbärmlich.“

    seh ich anders. ich bin ja auch bei den bösen.

  5. mk

    @Nanunana: Du hast doch hoffentlich nicht ernsthaft geglaubt, dass mit SuperCompany das große Geld verdient werden soll? Ich jedenfalls denke nicht, dass es darum ging.

    So ein Pointen-Pointer könnte echt das Zeug zur Killerapplikation haben, oder?

  6. lanu

    eh, warum sagt mir keiner, was ein pointer-pointer ist?

    ich brauch ihn offensichtlich selbst. 🙂

  7. torte

    wenn man damit kein geld verdienen will, wieso dann nicht die einnahmen zu wohltätigen zwecken spenden! ach ich vergass! sie sind ja die bösen ;o)

  8. Philip

    boo company ist total scheiße. diese p*** haben mir erst 3 nummern zu große schuhe geschickt und mir dann ein inkasso-büro auf den hals gehetzt, weil ich die riesenlatscher weder tragen noch zahlen wollte. und die frisbee-scheibe hat auch nicht ewig gehalten!

  9. FvMM [Freund von Memmi Maulwurf]

    Die müssen sich zuerst einmal selbst booen:

    Wikipedia und Boocompany ignorieren Sicherheitslücke

    Mit einem gewaltigen Tsunami durch die halbe Presselandschaft ging Boocompany Web 1.0 mit neuen Meldemöglichkeiten zu Boos, Finals und Insiders online. Ausgeboot werden sollte künftig jeder und nicht nur die New Economy.

    Doch dass ein Tsunami auch Schattenseiten mit sich bringt, war naturgemäss zu erwarten: Eine Sicherheitslücke bei…

    http://fvmm.blogspot.com/2006/01/pr-wikipedia-und-boocompany-ignorieren.html

  10. mk

    Wir sind hier doch nicht die FvMM-Pressestelle – einmal sollte der Hinweis auf deinen Text wohl auch genügen. Den zweiten habe ich mal gelöscht. Hausrecht, du weißt schon.

  11. lanu

    maulwurf,

    ich bin nicht dein sprungbrett für einen feldzug, den du mir nicht mal erklären wolltest. du hast dreimal gegen meine hausordnung verstossen und bist mitsamt deiner nachricht rausgeflogen. passiert nun mal.

  12. FvMM [Freund von Memmi Maulwurf]

    Das klärst du bitte mit Don Wikidonso ab und nicht mit mir. Danke.

  13. Philip

    ich habe zwar keinen blassen wovon ihre redet, aber interessanter als über die konformität der andersdenkenden zu philosphieren ist es auf jeden fall.

  14. zupla

    Wer lesen kann, ist im Vorteil:

    Wikipedia zensiert Boos bei der Boocompany

    Don Wikidonso, der Insider von Wikipedia, beschäftigt sich seit über einem Jahr mit Arne Klempert und diversen mysteriösen Vorgängen bei der Wikimedia Deutschland e.V. Der gute alte Tekkie und seine Querdenke, weiss, wann Arne nachts ins Bett geht, wann Arne in der Früh aufsteht, wann Arne während der Arbeitszeit trotz laufender Gehaltszahlungen bei Wikipedia spielt, wann Arne wohl Mittagspause macht. Und wann Arne abends wieder ins Bett geht. Don Wikidonso 2.0, der Spezial-Agent von Wikipedia, der Top-Maulwurf bei der Wikipedia Wikiprawda, weiss alles, was hinter den Türen tatsächlich abgeht und wo man einen Maulwurfhaufen hinterlässt.

    Als die Lästerecke Dotcomtod/Boocompany nunmehr zusätzlich mit neuen Meldemöglichkeiten zu Boos oder Insiders online gegangen ist, begann Don Wikidonso bei der Boocompany drei Boos über die Wikimedia Deutschland e.V. zu posten. Eigentlich nur hauptsächlich wegen der Tron-Sache und dem Familiennamenfetischismus der Wikipedia. Diese drei Boos wurden von Lanu’s Boocompany erst gar nicht veröffentlicht, sondern sofort gelöscht. Nanu? Die Kritik über Wikipedia bei Boocompany gelöscht? Wie nur konnte das passieren, fragte sich Don Wikidonso. Und diese neue Überraschung brachte ihn ins Staunen, denn er kannte dieses ähnliche Verhalten bereits schon bei der Wikipedia Wikiprawda und deren deutschen Administratoren aus Hamburg und Berlin. Und so begann Don auch in dieser Richtung zu recherieren. Die halbe Presselandschaft berichtete bereits zuvor über die neue Boocompany und dass bei der neuen Boocompany nicht nur Boos über die New Economy gepostet werden können, sondern Boos oder Insiders zu allen nur möglichen Vereinen. Nur nicht über den Verein Wikimedia Deutschland e.V., wenn es um Tron geht.

    Quelle: http://fvmm.blogspot.com/2006/01/tron-wenn-wikideppen-fehler-machen_26.html

  15. FACTorFAKE.de

    Es geht mir allmählich wie Philip – ich versteh nur noch Maulwurf. Das mag an der „märchenhaften Kindererzählung“ liegen – was beim Spreeblick funktioniert hat, muss nicht zwangsläufig die Ideallösung zur Informationsübermittlung sein. In diesem Fall ist sie es insbesondere nicht. Erhellende Worte im Berichtstil gerne an mich per E-Mail – vielleicht verstehe ich es ja dann.

    Vor allem aber weiß ich eins – mein Blog ist der denkbar schlechteste Ort, um solche Grabenkämpfe auszutragen. Daher werde ich hier ab jetzt rigoros von meinem Hausrecht Gebrauch machen und nur noch Kommentare zulassen, die unmittelbar mit meinem Beitrag „SuperCompany: BOO oder Coup?“ zu tun haben. Alles andere fliegt ab sofort raus.

    Danke für die Aufmerksamkeit.

  16. FACTorFAKE.de

    @ch ja, Peter: Scoup? Kenn ich nicht. Falls du Coup meinst: Hab ich versucht zu erklären. Lanu hat mich verstanden. Und ich offensichtlich sie 😉 Falls du Scoop meinst: Nie behauptet, dass das einer ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.