Politik

Ronald Schill: Erpressung oder Appell?

Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust hat Innensenator Ronald Schill gefeuert. Angeblich, weil der ihn wegen Beusts angeblicher schwulen Beziehung mit Justizsenator Roger Kusch erpresst habe.

Der Rechtspopulist Schill bestreitet diesen Vorwurf allerdings vehement: „Ich habe ihn keinesfalls erpresst, das ist ein ungeheuerlicher Vorwurf“, sagte der Ex-Innensenator auf n-tv. Vielmehr habe er an ihn appelliert, die geplante Entlassung von Staatsrat Walter Wellinghausen nochmals zu überdenken.

Bei diesem Protest habe er auch Beusts Verhältnis zu Kusch angesprochen. Wörtlich soll Schill gesagt haben: „Du musst Deine hohen Maßstäbe auch an Dich selbst anlegen und das tust Du nicht.“

Beust hingegen stellt das Vier-Augen-Gespräch von Dienstagmorgen so dar: Schill habe ihm für den Fall einer Entlassung Wellinghausens gedroht, Beusts angebliche homosexuelle Beziehung zu Kusch an die Presse weiterzugeben. Schills Vorwurf: Weil Beust Kusch zum Justizsenator ernannt hat, habe er sich eine unredliche Verquickung von Privatem und Politischem zu Schulden kommen lassen. „Diese Behauptungen sind falsch und die Drohung ist ungeheuerlich“, so Hamburgs Bürgermeister.

Wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Auf jeden Fall prüft Generalbundesanwalt Kay Nehm erst einmal, ob er ein Ermittlungsverfahren gegen Schill wegen Nötigung eines Verfassungsorgans einleitet.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,261930,00.html

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