Wissenschaft & Forschung

Rattengift könnte Napoleon getötet haben

Woran starb Napoleon Bonaparte wirklich? Die Verschwörungstheorien reichen von Blei- oder Arsenvergiftung bis hin zum Magengeschwür. Jetzt gibt es neue Indizien, die für einen Giftmord sprechen könnten.

Bei einer erneuten Analyse von Haaren des am 5. Mai 1821 im Exil auf der Insel St. Helena verstorbenen einstigen französischen Kaisers fanden Wissenschaftler nun Spuren einer extrem wirksamen Arsen-Variante: das so genannte Rattengift. Das teilte die Internationale Napoleon-Gesellschaft mit. Die Untersuchung hatte Pascal Kintz, der Präsident der Internationalen Vereinigung der Gerichts-Toxikologen, vorgenommen.

Kintz konnte das tödliche Gift auch im Inneren von Napoleons Haaren nachweisen. Das wäre der Beweis, dass die Substanz durch den Blutkreislauf in die Haare gelangt sein muss und über die Nahrung in Napoleons Körper gelangte.

Die Napoleon-Gesellschaft, die seit Jahren die These eines Mordkomplotts gegen den großen Feldherrn vertritt, fühlt sich bestätigt: „Wenn man jemandem ein so starkes Gift verabreicht, dann nicht, um sein Leben zu verlängern“, sagte Gesellschafts-Präsident Jean-Claude Damamme.

Unklar bliebe dann aber, wer Napoleon das Rattengift verabreicht hat. Die Theorie, dass der Exil-Kaiser das Arsen über einen langen Zeitraum unbeabsichtigt beim Weintrinken aufnahm, ist für Damamme abwegig: Zwar hätten Winzer zur Zeit Napoleons ihre Fässer mit dem Gift gereinigt, Napoleons Weinkonsum von nur einem Glas pro Tag hätte für eine tödliche Vergiftung aber nicht ausgereicht.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,358609,00.html

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