Wissenschaft & Forschung

Gammablitz löschte irdisches Leben aus

Eine gigantische Explosion im Weltall, ein Gamma Ray Burst (GRB), könnte vor 440 Millionen Jahren das zweitgrößte Massensterben auf unserer Erde ausgelöst haben. Das behaupten Wissenschaftler der University of Kansas.

Ein solcher Gammablitz entsteht, wenn ein sterbender Stern in sich zusammenfällt – dabei wird in wenigen Sekunden mehr Energie freigesetzt, als die Sonne in den vergangenen 4,6 Milliarden Jahren aussenden konnte.

Einer dieser zerstörerischen Gamma Ray Bursts könnte die Erde vor 440 Millionen Jahren getroffen haben und dabei rund zwei Drittel aller Lebewesen ausgelöscht haben.

Zu diesem Schluss kommen Forscher um Adrian Melott nach einer aufwändigen Computersimulation der chemischen Vorgänge auf der Erde nach einem Gammablitz. Demnach hätte ein Gamma Ray Burst zwar nur mittelbare, dafür aber umso dramatischere Folgen für das irdische Leben gehabt.

Als direkte Folge der Energiestrahlung hätte die schützende Ozonschicht schwere Schädigungen davongetragen, die über Jahre anhielten. Rund die Hälfte der Ozonschicht könnte so binnen weniger Wochen zerstört worden sein.

Ohne die Ozonschicht aber habe gefährliche UV-Strahlung ungefiltert zur Erdoberfläche durchdringen können. Diese hätte vor allem das den oberen Meeresschichten lebende Plankton getötet – das wiederum damals wie heute als Nahrungsquelle für viele andere Meereslebewesen dient. Ein Aussterben von rund 60 Prozent aller Lebewesen sei eine realistische Annahme, so die Wissenschaftler.

Direkte Beweise, dass die Erde von einem Gammablitz getroffen wurde, konnten die Forscher allerdings nicht erbringen. Wahrscheinlich sei aber, dass wir während der letzten Jahrmilliarde mindestens einmal einen solchen Energiestrahl abbekommen haben müssten.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,350155,00.html

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