Politik

Software zur Wahlmanipulation entwickelt

Per eidesstattlicher Erklärung behauptet ein US-Programmierer eine Software geschrieben zu haben, mit der sich die Touchscreen-Wahlcomputer in den USA manipulieren lassen. Das Programm könnte auch bei den zurückliegenden US-Präsidentschaftswahlen zum Einsatz gekommen sein.

Clinton Curtis war Chefprogrammierer beim Softwarekonzern Yang Enterprises, als er im September 2000 von dem republikanischen Politiker Tom Feeney beauftragt wurde, eine Software zur Manipulation der Wahlcomputer zu schreiben. Feeney, der seit 2002 für Florida im Repräsentantenhaus sitzt, war zu dieser Zeit Abgeordneter in Florida und auch Berater von Yang Enterprises.

Sein Auftrag an Curtis lautete, den „Prototyp eines Wahlprogramms zu entwickeln, mit dem sich die Erfassung der abgegebenen Stimmen während der Wahl verändern lässt und das nicht entdeckt werden kann“. Die Software solle über den Touchscreen zu bedienen sein und müsse auch bei einer Überprüfung des Quellcodes unentdeckt bleiben.

Weil Curtis – zu dieser Zeit selbst noch Republikaner – glaubte, sein Programm werde zur Kontrolle der Wahlen in Florida eingesetzt, schrieb er die verlangte Software. Mittels versteckter Buttons auf dem Touchscreen soll es möglich sein, die Stimmenverteilung zu verändern. Beispielsweise könne man die Stimmen für seinen Wunschkandidaten per Knopfdruck auf 51 Prozent setzen, wenn dieser zurückliege.

Das Programm sei sogar so komfortabel, dass es das Wahlergebnis vollautomatisch nach vorgegebenen Regeln korrigieren könne. Zur Verschleierung würden dabei die Prozentzahlen in verschiedenen Wahlbezirken variieren und es könnten sogar Wahlbezirke verloren gehen.

Weil unabhängige Wahlbeobachter keinen Zugriff auf den Quellcode der Computer haben, sei die Manipulation praktisch nicht zu entdecken und zu beweisen.

Auch deshalb gibt es keinerlei Beweise, dass die Software bei den zurückliegenden Präsidentschaftwahlen oder einer der vorangegangenen Wahlen tatsächlich eingesetzt wurde. Aber die Tatsache, dass sich Florida vehement gegen die Enführung eines Papierausdruckes als Beleg ausgesprochen hat, dürfte wohl zu Recht stutzig machen.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/18/18969/1.html

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