Politik

Enthüllungsbuch macht BND nervös

Wegen des Verdachts auf Verrat von Dienstgeheimnissen lässt der Bundesnachrichtendienst gegen den Autor des BND-Enthüllungsbuches „Bedingt dienstbereit“ ermitteln. Kurz vor Erscheinen meldet der Ullstein-Verlag einen mysteriösen Einbruch in seine Büros. War der BND der Auftraggeber?

Mitte August erstattete der BND Anzeige gegen seinen früheren Mitarbeiter Norbert Juretzko, weil dieser in seinem Buch angeblich über streng geheime Geheimdienst-Operationen während der 80er und 90er Jahren berichte. Der Vorwurf: Landesverrat und Verrat von Dienstgeheimnissen.

Als Vorsichtsmaßnahme vor einer Beschlagnahmung des brisanten Buches hat der Ullstein-Verlag die ursprünglich für den 13. September geplante Veröffentlichung auf den kommenden Montag, 6. September, vorgezogen.

Die Eile scheint angebracht: In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde in die Berliner Verlagsräume des Ullstein-Verlages eingebrochen. Die Einbrecher, die sich als Mitarbeiter ausgaben, hätten aus unbekannter Quelle über einen Schlüssel und diverse Sicherheitscodes für das Gebäude verfügt. Mehrere Büros seien gezielt durchsucht worden, entwendet wurde nach offizieller Version aber nichts.

Ullstein vermutet, dass der Einbruch unmittelbar mit der vorgezogenen Veröffentlichung des Enthüllungsbuches zusammenhängt. Mit anderen Worten: Der BND selbst steckt hinter dem Einbruch.

Dass Juretzko nach 20 Jahren in Diensten des deutschen Geheimdienstes noch ein Hühnchen mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zu rupfen haben könnte, scheint wahrscheinlich: 1998 war der BND-Offizier in einen Betrugsfall verwickelt, als er dem Bundesnachrichtendienst für 85.000 Euro gefälschte Dossiers über russische Agenten ablieferte. 2003 wurde er dafür wegen Betruges verurteilt.

Quelle: http://de.news.yahoo.com/040904/12/46y9r.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.