Vermischtes

Sabotage bei der Frankfurter Rundschau?

Wegen der zwei fehlenden Buchstaben „un“ warteten Kiosk-Kunden und Abonnenten heute vergeblich auf die „Frankfurter Rundschau“: Auf mysteriöse Weise war aus der „unabhängigen“ über Nacht ausgerechnet eine „abhängige“ Tageszeitung geworden. War der „Druckfehler“ das Ergebnis eines frust-motivierten Sabotageakt eines Mitarbeiters nach dem gestern angekündigten Stellenabbau?

Was für ein Zufall: Gestern machte die SPD-Medienholding DDVG, die seit Mai 90 Prozent der Anteile der finanziell stark angeschlagenen „Frankfurter Rundschau“ hält, ihre Pläne publik, ein Drittel der Belegschaft vor die Tür zu setzen.

Heute musste die „FR“ ihr Erscheinen ersatzlos streichen, weil ein gemeiner Druckfehler den Anschein hätte erwecken können, das Blatt stünde entgegen aller Beteuerung doch unter der Fuchtel der SPD: Wo die „Frankfurter Rundschau“ sonst die Fahne der Unabhängigkeit hoch hält, löschte der Fehlerteufel heute ausgerechnet die zwei Buchstaben „un“ und machte das Blatt zur „Abhängigen Tageszeitung“.

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt. Schelm, der wir sind, drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass ein geschasster Mitarbeiter den Trubel der nächtlichen Zeitungsproduktion ausnutzte, um seinem Frust Luft zu verschaffen und gleichzeitig die Unternehmenspolitik der DDVG anzuprangern. „FR“-Geschäftsführer Günter Kamissek beeilte sich daher heute gleich, „Spiegel Online“ zu versichern, dass es sich nur um einen „technischen Fehler“ und sonst nichts handele.

Immerhin ein technischer Fehler, der ein bemerkenswertes Gespür für beissenden Sarkasmus an den Tag legt.

Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,311492,00.html

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