Wirtschaft

Mehdorns Treffen mit dem Kanzler: Ente?

Freitag, 10 Uhr in Deutschland: Bahn-Chef Mehdorn trifft sich mit dem Kanzler. Thema: Die Aufsichtsratssitzung am Dienstag. Sagt die WamS. Das Kanzleramt hält dagegen: Das Treffen fand nie statt.

Das hatte die WELT AM SONNTAG berichtet: Hartmut Mehdorn suchte Bundeskanzler Gerhard Schröder auf, um über die Aufsichtsratssitzung am Dienstag und die zu erwartende Steinigung des neuen Preissystems zu besprechen.

Während des Gesprächs sei Mehdorn an einen Punkt gekommen, an dem er kurz davor gewesen sei, alles hinzuschmeißen. Nur mit der angebotenen Verlängerung seines Vertrages bis 2008 habe der Kanzler ihn zum Weitermachen bewegen können.

Andersrum stellt es laut WamS die Gegenseite dar: Nach Ansicht der Bahn AG habe Mehdorn Schröder die „Pistole auf die Brust gesetzt“. Tenor: „Ich mache nur weiter, wenn mein Vertrag verlängert wird.“

Und aus Mehdorns engstem Mitarbeiterzirkel wiederum kommt diese Version: Weder Mehdorn noch der Kanzler hätte auf eine Vertragsverlängerung gedrängt – das Aufsichtsratspräsidium habe den Bahn-Chef um die Verlängerung gebeten.

Als sei das alles nicht schon verwirrend genug: Nun bestreitet das Kanzleramt auch noch in einer Pressemitteilung, dass dieses Treffen zwischen Mehdorn und Schröder überhaupt stattgefunden habe. Regierungssprecher Bela Anda: „Am Freitag, dem 16. Mai 2003, ist Bundeskanzler Gerhard Schröder um 10 Uhr mit dem amerikanischen Außenminister Colin Powell im Bundeskanzleramt zu einem Gespräch zusammengekommen.

Schon aus diesem Grunde entbehrt die genannte Aussage in der heutigen Ausgabe der „Welt am Sonntag“ jeglicher Grundlage.

Auch zu einem anderen Zeitpunkt ist es am genannten Freitag zu keinem Gespräch gekommen.“

Quelle: http://www.wams.de/data/2003/05/25/102097.html

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