Technik

Wer steckt hinter Earth Station 5?

Schutz vor Verfolgung verspricht die anonyme Tauschbörse Earth Station 5. Doch nicht nur, dass ES5 einen Trojaner in die Rechner der User einschleust, auch die Hintermänner sind höchst mysteriös.

Earth Station 5 trat genau im richtigen Moment auf den Plan: Gerade fügten die Behörden der großen Gemeinde illegaler Tauschbörsianer per Justiz die ersten schmerzhaften Stiche zu, da versprach ES5 absolut anonymes Tauschen ohne Gefahr der Verfolgung.

Angeblich habe man die Justizbehörden ausgetrickst, indem man Server und Firmensitz von Earth Station 5 kurzerhand in einem Flüchtlingslager mitten im palästinensischen Autonomiegebiet des Dschenin aufgebaut habe.

Inzwischen ist bekannt, dass der Software-Client von Earth Station 5 einen fiesen kleinen Trojaner enthält, über den Hacker ohne Probleme Zugriff auf den Rechner des arglosen Filesharers erhalten.

Doch auch sonst ist bei ES5 offenbar nichts so, wie es scheint: Der angebliche Chef von Earth Station 5, Ras Kabir, soll zwar Araber sein – bei einem Anruf von Journalisten der Computerzeitung „c’t“ verstand der aber kein einziges Wort Arabisch.

Die Spuren von ES5 führen weg aus den palästinensischen Flüchtlingslagern und über den großen Teich nach Mexico: Über eine hier ansässige Firma, die ihr Geld sonst mit dem Versand illegaler Spam-Mails verdient, verschickt auch Kabir seine elektronische Post. Und in Mexico soll sich auch der amerikanische Trickbetrüger Stephen M. Cohen versteckt halten, den die Reporter als den großen Unbekannten hinter ES5 vermuten.

Unklar ist nur, was ein mit Haftbefehl gesuchter Betrüger im Schilde führt, der dank seiner Trojaner-Software möglicherweise Zugriff auf Tausende von Rechnern weltweit hat?

Quelle: http://www.golem.de/0312/28920.html

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