Vermischtes

Vatikan lässt Missbrauchsfälle vertuschen

Hat der Vatikan eine Verschwörung zur Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester initiiert? Bereits 1962 soll ein entsprechender geheimer Erlass an katholische Bischöfe ergangen sein.

Ein entsprechendes Dokument, das angeblich aus den Geheimarchiven des Vatikans stammt, soll dem britischen „Observer“ vorliegen. Demnach soll der Vatikan bereits vor 41 Jahren seinen Bischöfe befohlen haben, alle Fälle von sexuellen Missbrauch durch katholische Priester zu vertuschen.

Dem „Observer“ liegt angeblich auch noch ein weiteres Schreiben vor: Erst im Jahr 2001 soll der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger in einem Brief an die Bischöfe die weiterhin uneingeschränkte Gültigkeit des Erlasses von 1962 erklärt haben.

Das dem „Observer“ vorliegende Dokument mit dem Titel „Crimine solicitationies“ trägt das Siegel Papst Johannes XXIII. und weist die Bischöfe der katholischen Kirche an, allen Fällen sexuellen Missbrauchs „auf die allergeheimste Weise“ und „mit größtem Stillschweigen“ nachzugehen.

Zur Vertuschung solle allen Betroffenen ein Schweigegelübde abgenommen werden und auf die kircheninterne Strafgerichtsbarkeit vertraut werden. Verstöße gegen diese Anordnung sollen mit der Exkommunikation geahndet werden.

Thomas Doyle, Experte für Kirchenrecht, vermutet, dass das Geheimdokument „die Grundlage einer ununterbrochenen Politik gewesen sein, um Verbrechen des Klerus um jeden Preis zu vertuschen“. Kardinal Ratzingers Schreiben von 2001 sei somit die Fortsetzung der vatikanischen Vertuschungspolitik.

Quelle: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/15469/1.html

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