Technik

GDrive: Tüftelt Google an einer Internet-Festplatte?

Google GDrive: Online-Festplatte? (Foto: stock.xchng/Montage: FACTorFAKE.de)Das World Wide Web als gewaltige Festplatte: Wie die Notizen zu einer versehentlich durchgesickerten internen Präsentation aus dem Hause Google belegen sollen, tüftelt der Suchmaschinen-Guru gerade an einem neuen Dienst, der es den Usern ermöglichen soll, beliebige Dateien im Internet wie auf einer lokalen Festplatte abzuspeichern und von jedem Online-Rechner aus abzurufen. Codename des Online-Dateisystems: GDrive.

Greg Linden fand eine versehentlich ins Web gestellte PowerPoint-Präsentation, die anlässlich des Google Analyst Days erstellt wurde. Darin enthalten waren interne Notizen von Google-Boss Dr. Eric Schmidt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren – und die nun aber eben doch durchgesickert sind. Die PPT-Datei wurde inzwischen gelöscht und durch eine um die Notizen reduzierte PDF-Version ersetzt. Derick aber war schnell genug und hat sich die Original-PPT gesichert: In seinem Blog Absolute Value hat er alle gespeicherten Notizen veröffentlicht. Die entscheidenden Hinweise zum GDrive-Service finden sich auf Folie 14:

Slide #14 – Consumer Products and Services
In a world with infinite storage, bandwidth, and CPU power, here’s what we could do with consumer products…

[…]

Theme 2: Store 100% of User Data
With infinite storage, we can house all user files, including: emails, web history, pictures, bookmarks, etc and make it accessible from anywhere (any device, any platform, etc).

We already have efforts in this direction in terms of GDrive, GDS, Lighthouse, but all of them face bandwidth and storage constraints today. For example: Firefox team is working on server side stored state but they want to store only URLs rather than complete web pages for storage reasons. This theme will help us make the client less important (thin client, thick server model) which suits our strength vis-a-vis Microsoft and is also of great value to the user.

As we move toward the „Store 100%“ reality, the online copy of your data will become your Golden Copy and your local-machine copy serves more like a cache. An important implication of this theme is that we can make your online copy more secure than it would be on your own machine.

Another important implication of this theme is that storing 100% of a user’s data makes each piece of data more valuable because it can be access across applications. For example: a user’s Orkut profile has more value when it’s accessible from Gmail (as addressbook), Lighthouse (as access list), etc.

Das Online-Dateisystem GDrive soll also langfristig die lokale Festplatte als primäres Speichermedium ablösen – die Online-Daten würden zur „Golden Copy“, während die lokale Festplatte nur noch als eine Art Cache-Speicher fungieren sollen.

Über das ebenfalls in den Notizen erwähnte Projekt „Lighthouse“ spekuliert Shii in seinem Blog: Weil im beschriebenen „Total Storage“-Konzept Bookmarks nicht explizit erwähnt werden, hält der Blogger es für denkbar, dass „Lighthouse“ möglicherweise ein personalisierbares Bookmark-System wie Yahoos My Web 2.0 werden könnte. Oder aber auch etwas ganz anderes.

Seitens Google wurden die Gerüchte nicht kommentiert, das Unternehmen habe „derzeit nichts anzukündigen“. Vom Markenblog kommt die Information, dass sich die angeblichen GDrive-Pläne „markenrechtlich nicht bestätigen lassen“:

Weder beim US Patent- und Trademarke Office, noch beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt läßt sich eine entsprechende Markenanmeldung ermitteln.

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Die Google-Story
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4 comments

  1. Marina hot girl

    In fremden Daten zu suchen muss ein digitaler Fetisch von Google geworden sein.

  2. Vegas, der jack

    das ding ist dass nicht nur google in deinen daten sucht bzw. suchen kann. gerade am anfang werden sytemlücken nicht ausbleiben. die hackerszene leckt sich schon die finger.

    aber wer solch einen service für sensitive daten verwendet ist selber schuld.

  3. rodar

    Na dann mal sehen was GOOGLE noch alles so „kontrollieren“ bzw. abspeichern will.
    Da man keinen wirklichen Datenschutz
    bei GOOGLE erwarten kann, da ja alles sofort
    ins NETZ gestellt wird, ohne Prüfung (automatische Bots, sprich SuchMASCHINEN) kommen wir
    in ein Zeitalter der modernen SKLAVEREI???

    MFG – RODAR ONE

  4. Hollenderster

    GSpace, oder auch GMail Space ist eine Extension für Firefox, mit der man schon jetzt seinen 2GB EMail-Account wie eine Festplatte nutzen kann. Da Google offensichtlich über genügend (zuviel?) Speicherkapazität verfügt, ist eine virtuelle Festplatte in naher Zukunft gar nicht so unwahrscheinlich. Datenschutzrechtlich muss aber jeder selber wissen/prüfen/überlegen, was er auf diese Platte packt.

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