Politik

ddp: USA bereiten Präventivschlag gegen Iran vor

Reißt den USA wirklich der Geduldsfaden? Die Agentur ddp verbreitet ausgerechnet heute eine Meldung, wonach „die Regierung von US-Präsident George W. Bush […] derzeit ihre wichtigsten Bündnispartner im Nahen Osten in Geheimgesprächen auf einen möglichen Luftangriff gegen Ziele in Iran im kommenden Jahr [vorbereitet]“. Schöne Bescherung. Zum Glück wird nicht alles so heiß gegessen, wie es von Autor Udo Ulfkotte zuweilen serviert wird.

Zugegeben: Irans sturköpfiges Verhalten im Atomstreit und die irren, israelfeindlichen Äußerungen von Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad lassen es durchaus nachvollziehbar erscheinen, dass George W. Bush eher früher als später wieder einmal im tiefsten texanischen Slang nach einer militärischen Lösung rufen wird.

Entsprechende Gerüchte um Vorbereitungen zu Präventivmaßnahmen der USA und Israels haben dann ja auch schon vor einiger Zeit den Weg auf unsere Seite gefunden.

Nun schreibt der Geheimdienstexperte und ehemalige FAZ-Redakteur Ulfkotte unter Berufung auf „westliche Geheimdienstkreise“, dass CIA-Chef Porter Goss vergangene Woche den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara darum gebeten habe, „die nach derzeitigem Stand für 2006 geplanten Luftangriffe auf iranische Nuklear- und Militäranlagen vor allem mit dem rückhaltlosen Austausch geheimdienstlicher Informationen zu unterstützen.“

Auch die Regierungen in Saudi-Arabien, Jordanien, Oman und Pakistan seien zumindest ansatzweise über die Militärpläne der USA informiert worden. Luftangriffe gegen den Iran sollen dabei als „mögliche Option“ genannt worden sein.

Laut Spiegel Online sind aber „erhebliche Zweifel“ an der ddp-Meldung nicht zuletzt wegen der äußerst vagen Quellenangaben („westliche Sicherheitskreise“, „deutsche Sicherheitskreise“, „deutsche Militärkreise“, „ranghoher deutscher Militär“) „durchaus berechtigt“. Ulfkotte gelte zudem als nicht „unumstrittener Journalist“. Deutlichere Worte über die Reputation Ulfkottes als Geheimdienst- und Terrorismusexperten hatte dagegen schon am 8. April 2003 die taz gefunden: Sie nannte Ulfkotte damals schlicht „Hofnarr der Geheimdienste„.

Vielleicht gibt’s ja also doch noch eine Chance für die Diplomatie.

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