Politik

Bush vs. Al-Jazeera: Störende Medien wegbomben

Jaaaa, so kennen und lieben wir den Cowboy aus Texas doch: Weil ihm die anti-amerikanische Berichterstattung von Al-Jazeera anscheinend zunehmend auf den präsidialen Sack ging, soll George W. Bush in einem „Top Secret“-Memo die Bombardierung des Hauptquartiers des arabischen TV-Senders angeregt haben.

Bei einem Treffen mit Tony Blair im Weißen Haus im April 2004 habe der britische Regierungschef dem US-Präsidenten diesen Wildwest-Plan wieder ausgeredet, berichtet der britische Mirror, dem das brisante Dokument nach eigenen Angaben vorliegt.

Laut einer anonymen Quelle gebe es „keinen Zweifel, was Bush wollte. Und es gibt auch keinen Zweifel, dass Blair genau das verhindern wollte“. Weiter zitiert der Mirror einen Insider: „Er [Bush] machte klar, dass er Al-Jazeera in Katar und auch anderswo bombardieren wollte.“ Blair habe zu bedenken gegeben, dass dies eine weltweite Gegenreaktion provozieren würde.

Ein US-Regierungsmitarbeiter beeilte sich dann auch zu erklären, dass Bushs Drohung „humorvoll und nicht ernst“ gemeint gewesen sei. Eine andere Quelle dagegen versicherte: „Bush war todernst, genau wie Blair. Soviel ist absolut klar, so wie die beiden Männer darüber sprachen“.

Völlig haltlos scheinen die Spekulationen allein deshalb nicht zu sein, weil Gebäude von Al-Jazeera in der Vergangenheit bereits mehrmals „zufällig“ von US-Bomben in Schutt und Asche gelegt wurden. Schon im Afghanistan-Krieg wurde ein Haus in Kabul nach Pentagon-Angaben „versehentlich“ bombardiert, in dem die Redaktion von Al-Jazeera untergebracht war. Und kurz vor der Einnahme Bagdads traf eine weitere fehlgeleitete Bombe wiederum ausgerechnet das Gebäude in der irakischen Hauptstadt, in dem Al-Jazeera seinen Sitz hatte. „Bombenzensur oder Kollateralschaden?“, fragte Telepolis damals provokativ.

Definitiv nur ein Gerücht sind dagegen Meldungen, wonach auch schon dieser, dieser, dieser, dieser, dieser, dieser und dieser Sender auf Bushs bombiger Zensurliste stehen soll.

[Update] Die britische Regierung droht den Medien ihres Landes inzwischen mit Strafverfahren, sollten sie die brisante Gesprächsaufzeichnung veröffentlichen.

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